Work on demand

Ansatz für einen modernes Arbeitssystem

Spekulationen für die Anhebung des Mindestalters für den Renteneintritt auf 69 Jahre gebären Wut bei der werktätigen Bevölkerung – mit Recht. Statistisch gesehen erlebt mit dem jetzigen Mindestalter von 67 Jahren jeder 4. dieses bereits nicht mehr. Es hat den Eindruck, dass der Staat dies absichtlich mit diesem Wissen durchsetzen will, um die Millionen „nutzlosen Esser“ loszuwerden. Die alte verkommene Devise „Wer nicht arbeitet, kostet nur Geld“ scheint immer noch hoch im Kurs zu sein.

Diese Erhöhung des Renteneintrittalters soll nötig sein, weil die Deutschen angeblich immer älter werden und damit den Staat belasten. Allein dies riecht schon nach einer Lüge, denn sogar in der DDR mitte der 1980er Jahre wurden die Menschen oft über 80, einige über 90 Jahre alt. Aber die Massenmedien-Propaganda trägt leider nach wie vor Früchte.

Dabei sollte doch jedem normaldenkenden Menschen klar sein, dass

  • mehr Menschen als Arbeitsplätze vorhanden sind
  • daher die 40h-Woche veraltet ist
  • viele moderne Berufe mit überflüssigen Kram belästigt werden.

Beispiel 1
Von wegen Arbeitserleichterung: Anfang der 1990er Jahre damals hatte man mit der Einführung der EDV von der großen modernen Welt gesprochen und wie Computer unsere Arbeit erleichtern würden. Nun, im Zeitalter der Digitalisierung merkt man den Betrug: Oft hat man mehr Arbeit als vorher. Man muss plötzlich Dinge erfassen, Formulare und Meldungen (.z.B. an das Finanzamt) erstellen, die man vorher nie gebraucht hatte. Im Gegenzug dahingehend bekommt man noch mehr Arbeit weil man den Datenschutz der nun neu erhobenen Daten einhalten soll. Wieder Meldungen, Formulare, Berichte…. Der Autoverkäufer, der seine Autoverkäufe mit Karteikarten erledigte, wird jetzt mit einer Flut von Informationen beschäftigt, die er eigentlich nicht braucht, sondern nur für andere erstellt. Da geht jede Menge Mehraufwand – und Zeit – drauf. Und nun soll er in der gleichen Zeit gleich viel Autos verkaufen. Ganz toll!

Beispiel 2
Überproduktion: Wöchentlich werden kiloweise in den Supermärkten Lebensmittel mit überschrittenem Mindesthaltbarkeits-Datum entsorgt. In Folie eingeschweißtes Fleisch/Wurst wird wieder ausgepackt und in eine Müllkiste geworfen. Hier sind wieder mal Tiere für die Mülltonne getötet worden. Milchprodukten, Fisch und Käse ergeht es ähnlich. Und das jede Woche! Es werden massenhaft Produkte eingekauft, die keiner will.

Ich persönlich wäre z.B. nicht traurig, wenn es mal 3 Tage keinen Parmaschinken gäbe; da lieber würde ich mich über die nicht getöteten Tiere freuen. Ist es denn wirklich so schlimm, wenn einen Tag mal nicht alles da ist???

Man konnte noch viele andere Beispiele unserer „modernen“ Gesellschaft aufzeigen – am Ende bleibt oft nur eines:

Mit überflüssiger Arbeit vergeudete Lebenszeit und sinnlos verheizte Ressourcen.

Kannst Du Dir das leisten?

Die längst fällige Einführung des Bürgergeldes für jeden könnte der erste Schritt in die richtige Richtung sein: Das Bürgergeld (=bedingungsloses Grundeinkommen) bekommt jeder gleich viel – von Geburt an, und ist so hoch, dass jeder einzelner Deutscher sich einen vollen Kühlschrank und ein Dach über den Kopf leisten kann. –> Siehe dazu die Ausführungen von Günter Koch mit seinem Geldsystem „Goldring“. Damit wären z.B. auch Unterhaltszahlungen an Kinder obsolet, denn auch die bekommen das volle Bürgergeld.

Der Weg ginge dann weiter zu einem „Arbeitsplatz bei Bedarf“, bei dem jeder Willige sich sein Bürgergeld aufstocken kann. Also weg von festen Arbeitszeiten und hin zu Rufbereitschaft mit Einsatz bei Bedarf. Es kann damit zwar passieren, dass man jeden Monat unterschiedlich viel Geld dazubekommt, aber nicht am Hungertuch nagen wird. Weiterhin könnten die Bedarfs-Arbeitsplätze sich auf mehr Personen verteilen, es müsste nicht immer dieselbe Person eine Arbeit machen.

Natürlich muss diese Sache weiter ausgearbeitet werden, da unsere Gesellschaft vielfältig ist. Zum Beispiel im Pflegedienst oder anderen medizinischen Einrichtungen oder Dienstleistungsbetrieben könnte man die Arbeitszeit auf 20h pro Woche herunterbrechen; also halbtags arbeiten, eine andere Person übernimmt dann die 2. Hälfte des Arbeitstages = mehr Zeit zum Leben für beide und mehr Leute hätten eine Arbeit. Eventuell verschieben sich sogar die Arbeitsorte dadurch in Heimatnähe, sodass keiner mehr extra eine Stunde eher aufstehen muss um 50km oder mehr erst mal auf dem Weg zur Arbeit zu verschwenden.

Aber gerade das Umdenken im 21. Jahrhundert fehlt noch in den meisten Köpfen. Ich schätze, wenn man ehrlich politisch eine Modernisierung des Arbeitsalltags beginnen möchte, würde es sicher noch 30 Jahre dauern, bis die Verbesserungen wirksam in der Allgemeinheit verankert sind. Und dann könnte man sogar das Bürgergeld komplett abschaffen und Grundbedürfnisse (Lebensmittel, Wohnung) stünden jedem Deutschen zur Verfügung – einfach so. Geld (=Leistungsgutscheine) gibt es dann nur noch nach getaner Arbeit obendrauf; dies könnte man dann zur Finanzierung eines Eigenheimes oder anderem kleinen Luxus verwenden; das wäre der Anreiz dass der eine oder die andere weiterhin arbeiten gehen. Aber das ist noch Zukunftsmusik. Zu tief verkrustet sind die alten Gewohnheiten, die nur geschaffen wurden, um einige wenige zu bereichern.

Wenn man im derzeitigen System das 40. Lebensjahr überschritten hat wird man merken, wie schnell die Wochen und Monate vergehen und man nur noch älter wird; aber vielleicht gar keine Lust mehr hat 5 Tage die Woche arbeiten zu müssen(!). Man fängt ab diesem Alter an, das wahre Leben zu vermissen. Die kurzen Wochenenden fühlen sich am Montagmorgen oft wie nicht stattgefunden an. Und das soll man noch über 20 Jahre so weitermachen?

Wir befinden uns aber nicht mehr in der Nachkriegszeit, in der unsere Eltern und Großeltern noch richtig buckeln mussten um einen Wiederaufbau zu bewerkstelligen. Nein, wir befinden uns in Wohlstands-Zeiten des Überflusses mit dem leerstehenden Einzelhandel und seiner Wegwerf-Gesellschaft. Jetzt hat die Zeit begonnen, die man zum Leben nutzen kann, denn man lebt um zu leben, nicht um nur zu arbeiten.

Bild von Jackie Ramirez auf Pixabay

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