Funktioniert ein Staat ohne Steuern?

Steuern
Thomas von Aquin (1225-1274) war ein italienischer Dominikaner und einer der einflussreichsten Philosophen und der bedeutendste katholische Theologe der Geschichte.

Seit Jahrhunderten werden von Machthabern Steuern erzwungen; seit Jahrzehnten auch in Deutschland erhöht und neue Steuern dazuerfunden. Tabaksteuer, Grundsteuer, Kfz-Steuer und nicht zuletzt die fragwürdige Lohnsteuer und Zinsen zwingen das Volk immer wieder zu Abgaben.

Wikipedia schreibt dazu:

Aus den ursprünglich als Naturalabgaben in Form von Sach- oder Dienstleistungen (Frondiensten) erhobenen Steuern sind heute reine Geld­leistungen geworden.
Steuern sind in der Regel die Haupteinnahmequelle eines modernen Staates und das wichtigste Instrument zur Finanzierung seines territorial abgegrenzten Staatswesens und anderer (supranationaler) Aufgaben. Durch die finanziellen Auswirkungen auf alle Bürger und die komplexe Steuergesetz­gebung sind Steuern und andere Abgaben ein fortdauernder politischer und gesellschaftlicher Streit­punkt.

Zu diesem Streitpunkt haben sich natürlich im Laufe der Zeit einige kluge Köpfe Gedanken gemacht, die leider heute nahezu in Vergessenheit geraten sind:


Heinrich Färber (1860–1941) entwarf im Wien der Zwischenkriegszeit eine Volkswirtschaftslehre, die in Deutschland völlig unbekannt ist. Wie andere alternative Denker führt er die Umverteilung von fleißig nach reich, Wirtschaftkrisen und Kriege auf die Zinsdynamik zurück. Einzigartig ist seine konsequente Verwerfung der Kreditwirtschaft, die notwendig eine Form von Zins nach sich ziehen muß. Kreditgeschäfte aller Art sollten keinen Rechtsschutz genießen, weiterhin fordert eine radikale Vereinfachung des Steuerwesens, das nicht mehr Sachwerte, Verbrauch und Einkommen, sondern ausschließlich den Geldbesitz treffen und damit das Geldhorten unattraktiv machen soll. Er definiert die Begriffe Geldmonopol, Monetarismus und private Inflation, die er als gesetzlich sanktionierte Geldfälschung durch die Notenbanken entlarvt und von der staatlichen Inflation abgrenzt. Für Färber ist die Volkswirtschaft ein Teilnahmesystem, und das zirkulierende Geld ist die Summe der Anteilscheine aller Schaffenden darin.


Albert Lämmel (1917 – 2010) Mit seinem Kampf gegen das ungerechte Geldsystem unterstützte er die Ideen von Heinrich Färber und brachte vor Jahren die Reformschrift „Der Schlüssel“ heraus und schrieb unter dem Pseudonym „Michael Kirow“ den fiktiven Roman „Wende in Moskau“. Sein Projekt nannte er „Die freiheitlich-soziale, leistungsgerechte ergokratische Ordnung„.

Albert Lämmels Reformzeitschrift

Gottfried Feder (1883-1941) war ein deutscher Ingenieur und Wirtschaftstheoretiker. „Brechung der Zinsknechtschaft“ war der Titel seiner geldreformerischen Streitschrift, der zum wirtschaftspolitischen Kernbegriff wurde. Gottfried Feder hatte 1919 den Deutschen Kampfbund zur Brechung der Zinsknechtschaft gegründet und im selben Jahr sein Manifest zur Brechung der Zinsknechtschaft des Geldes veröffentlicht. Das wirtschaftspolitische Konzept war antikapitalistisch und antikommunistisch, verstand sich jedoch als sozialistisch im Sinne der Volksgemeinschaft.

Im Selbststudium befasste er sich auch mit finanztheoretischen Problemen. Sein Interesse richtete sich vor allem auf Kriegsanleihen und die damit einhergehende Staatsverschuldung.
Im „Manifest zur Brechung der Zinsknechtschaft des Geldes“ schreibt Feder:

Der Leihzins ist die teuflische Erfindung des Großleihkapitals, der Leihzins ermöglicht allein das träge Drohnenleben einer Minderzahl von Geldmächtigen auf Kosten der schaffenden Völker und ihrer Arbeitskraft, er hat zu den tiefen, unüberbrückbaren Gegensätzen, zum Klassenhaß geführt, aus dem der Bürgerkrieg und Bruderkrieg geboren ist.“

Aus dem Titel der Schrift ergibt sich bereits, dass Feders Anspruch über eine bloße Finanztheorie hinausgeht, sondern sich vielmehr in direkte Konkurrenz zum Kommunistischen Manifest und zur Marxschen Klassentheorie begibt. Sein Ziel war es, mit einem deutschen Sozialismus einen Mittelweg zwischen reinem Kapitalismus, wie er insbesondere in den USA vorherrschte, und Kommunismus zu gehen. Das Großleihkapital konkretisiert Feder als eine überstaatliche Finanzgewalt bzw. die internationalen Geldmächte.
Weiterhin unterscheidet Feder raffendes und schaffendes Kapital. Mit erstem ist das Leihkapital gemeint, mit zweitem das Industriekapital. Das Verhältnis zwischen beiden liegt nach Feder bei 20:1. Das Leihkapital wächst allein und überproportional durch endlose Zinszahlungen und befindet sich unter der Kontrolle einiger weniger Mächtiger der Welt. Der Staat befindet sich dadurch in einer Abhängigkeit. Das Leihkapital verfolgt nur eigene Interessen und ist nicht an der Bedarfsdeckung des Volkes interessiert. Das Industriekapital hingegen stellt die für die nationale Produktion benötigten Mittel dar, von denen allein die Volkswirtschaft und letztendlich das Volk profitieren können. Das daraus erworbene Privateigentum wird ausdrücklich anerkannt und geschützt.[6] Feder fordert deshalb, alle Zinszahlungen auf Kriegs- und Staatsanleihen sowie private Kredite und Hypotheken abzuschaffen und ausschließlich den Nominalwert von Schulden zurückzuzahlen. Das Geld- und Bankenwesen soll verstaatlicht werden. Alle direkten und indirekten Steuern werden überflüssig, weil die Staatsausgaben mit den Erträgen der Staatsbetriebe (Post, Eisenbahn, Berg- und Forstwirtschaft) gedeckt werden.

Mehr dazu unter www.wuerzburgwiki.de


Johann Silvio Gesell (1862-1930) war ein deutsch-argentinischer Kaufmann, Finanztheoretiker, Sozialreformer und Begründer der Freiwirtschaftslehre. Quelle: Wikipedia

Mit der Verbreitung der Publikationen Silvio Gesells gewann die Debatte um das „Schwundgeld“ erstmals an Dynamik. Sein Hauptwerk „Die natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld“ erschien auf dem Höhepunkt des Schlachtengetümmels im Ersten Weltkrieg 1916. Gesell schlug eine Beschleunigung der Umlaufmittel vor, um Stagnationserscheinungen entgegenzuwirken und mehr Fairness auf der Verteilungsebene herbeizuführen. Ein gradueller Wertverlust der Währung sollte den Geschäftsaktivitäten Schwung verleihen, Investitions- und Konsumausgaben anregen, um damit Deflation und Arbeitslosigkeit zu verhindern. Das kapitalistisch organisierte Kreditwesen würde zurückgedrängt, da monetäre Mittel unter Umlaufzwang rasch und kostengünstig (d. h. ohne Zinslasten) dort landen, wo sie dringend benötigt werden.

Mehr dazu unter www.Silvio-Gesell.de


Gern werden diese Thesen heute in den Massenmedien in die rechte Ecke gestellt, nur weil sie damals teilweise ins Programm der NSDAP aufgenommen wurden. Ich bitte aber den Leser, sein Augenmerk auf das Geldsystem zu richten, unabhängig von inzwischen vergangenen politisch anderen Zeiten.

Das für mich jedoch derzeit attraktivste Modell ist das Goldring-Patentrezept von

Günter Koch (*1937 in Apolda)


Günter Koch, Laie auf ökonomischem Gebiet, hat sich der Aufgabe gestellt, die volkswirtschaftlichen Probleme zu analysieren. Er hat auf wissenschaftlicher Basis den Nachweis erbracht, daß ein System, das auf Steuern oder anderen Abgaben der Bürger an den Staat basiert, allenfalls nur problematisch funktionieren kann. Daraufhin hat Koch ein eigenes Geld- und Sozialsystem entwickelt, das meiner Ansicht nach die Bezeichnung Patentrezept verdient.
Dr. Egon Mergenthaler

Herr Koch hat bereits 1997 sein Wirtschaftssystem „Goldring“ veröffentlicht und betreibt damit derzeit eine Art Tauschring/Wirtschaftssimulation, bei der jeder Bürger ein monatliches Bürgergeld bekommt und der Staat keine Steuern mehr einziehen muss. Da er dabei als Währung keinen EURO verwenden darf, hat er sich als Zahlungsmittel Gold ausgewählt, was heute noch international einen relativ stabilen Wert haben sollte.

  1. Die Währung ist Gold.
  2. Keine Steuern und auch keine anderen Abgaben an den Staat.
  3. Alle Staatsausgaben sind problemlos finanzierbar (ganz ohne Steuern)
  4. Jeder erhält ein bedingungsloses Grundeinkommen (Bürgergeld)
  5. Kredite kosten keinen Zins
  6. Der Austausch mit anderen Systemen (Außen-/Welthandel) ist selbstverständlich möglich.
Das Goldring-Modell von Günter Koch

Mehr dazu unter www.Patentrezept.de


Abschließend können wir also die eingangs gestellte Frage mit JA beantworten.

Warum bekommt aber z.B. das Modell von Herrn Koch in der breiten Öffentlichkeit keine Beachtung? Ich denke das liegt daran, dass ja nach wie vor Geld/Steuern veruntreut werden und gewisse Leute in gewissen Positionen ihr gutes Geld für ihre Machenschaften – oder fürs Nichtstun – behalten zu können. Die ungerechte Geldverteilung wollen diese Leute mit allen Mitteln aufrecht erhalten, und dafür bezahlte (Pseudo)Wissenschaftler unterstützen dies.

Schon mal darüber nachgedacht? Wir haben z.B. trotz Kfz-Steuer immer wieder marode Straßen. Alleine der Autofahrer wird zusätzlich durch Ökosteuer, Maut und evtl. CO²-Steuer abgezockt. Was haben damals die Demonstrationen und Aufkleber gegen die Ökosteuer gebracht?

HEiner Geißler
Heiner Geißler war von Mai 1967 bis Juni 1977 Minister in der Landesregierung von Rheinland-Pfalz unter den Ministerpräsidenten Peter Altmeier, Helmut Kohl und Bernhard Vogel, 1982 bis 1985 Bundesminister für Jugend, Familie und Gesundheit im Kabinett Kohl und von 1977 bis 1989 Generalsekretär der CDU.

Die Abschaffung sämtlicher Steuern ist für mich der Weg in die richtige Richtung, zukunftsweisend auf ein noch humaneres System, indem Geld ohnehin nicht mehr benötigt wird.

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