Zwangsarbeit

A. Schweitzer
Ludwig Philipp Albert Schweitzer war ein deutsch-französischer Arzt, Philosoph, evangelischer Theologe, Organist, Musikwissenschaftler und Pazifist. Er gilt als einer der bedeutendsten Denker des 20. Jahrhunderts.
Ludwig Philipp Albert Schweitzer war ein deutsch-französischer Arzt, Philosoph, evangelischer Theologe, Organist, Musikwissenschaftler und Pazifist. Er gilt als einer der bedeutendsten Denker des 20. Jahrhunderts.

Der durchschnittliche Deutsche arbeitet ein Drittel des Tages, schläft ein Drittel des Tages und hat somit nur noch ein Drittel des Tages zum LEBEN.
(Die notwendigen Wochenenden bei der Mehrheit ausgenommen)

Arbeiten bis 67?

Sicherlich hat der eine oder andere schon mal davon geträumt, nie wieder arbeiten zu müssen oder mit 45 in Rente zu gehen. Mit Recht – denn laut privaten Gesprächen und meines eigenem Empfinden nach haben viele nach einem Vierteljahrhundert Arbeiten in einer 40-Stunden-Woche die Nase voll. Ein Arbeitsplatzwechsel hilft oft nur vorübergehend. Wenn man bedenkt, dass man jetzt – wenn man es erreicht – bis zum 67. Lebensjahr arbeiten soll und in der Regel mit spätestens 80 Jahren unter der Erde liegt – was ist das für ein Leben?

Nahezu jedem wird heute noch vorgegaukelt, dass man dazu zumindest im Lotto gewinnen, Show-Master oder Profi-Fußballer werden müsse, um das zu erreichen.

Aber es geht sicher anders und besser: Mir kamen da diverse Gedanken, warum eigentlich der gemeine Bundesbürger in unserer modernen Zeit immer noch 40 Stunden die Woche bis zu seinem 67. Lebensjahr arbeiten gehen muss bzw. sollte.

Einer meiner Leitsprüche ist:

„Das Leben ist zum leben da, nicht nur zum arbeiten.“

Warum sollte nur der Fußballer und Lottomillionär ein Recht auf ein gutes Leben haben? Wieso eigentlich bekommt ein Profi-Fußballer 12 Millionen Euro und mehr im Jahr, wo der Ottonormalverbraucher in 45 Jahren Knechtschaft nicht einmal eine Millionen zusammensparen kann? Wieso wird es zugelassen, dass aus einer Nebensächlichkeit wie z.B dem Profi-Sport (der hauptsächlich nur der Unter-Haltung dient) ein Millionengeschäft gemacht wird?

Dabei ist mir bei persönlichen Gesprächen oft aufgefallen, dass wohl eine Mehrheit der Ottonormalverbraucher ab ca. mitte des 40. Lebensjahres nur noch wenig Lust hat, jeden Tag frühs aufzustehen und zur Arbeit zu müssen. Zugeben, ein nicht kleiner Teil hat wirklich seine Berufung gefunden und geht gerne weiter auf Arbeit, weil sie sein Leben erfüllt. Aber das ist scheinbar wirklich der kleinere Teil.

Der andere Teil ärgert sich insgeheim, immer noch so lange arbeiten zu müssen.

Damals wars…

Nun, in den Jahren nach 1945 war es natürlich hart, aber auch notwendig, unter für heutige Verhältnisse widrigen Umständen lange zu arbeiten. Der verheerende Krieg hatte unglaublichen Schaden angerichtet, und der Wiederaufbau erfolgt anfangs oft mit wenig Werkzeug und bloßen Händen. Die galt auch für die Trümmerfrauen, die heute unverständlicherweise oft von den Massenmedien verleugnet werden. Aber – meine Mutter war eine!

Somit lag laut Wikipedia die wöchentliche Arbeitszeit nach dem 2. Weltkrieg bei 48h, also 6x8h die Woche.

1956 wurde durch Proteste des DGB für die Zigarettenindustrie die 40-Stunden-Woche tariflich vereinbart, in den Folgejahren dann nach und nach in einer schleppenden Art die anderen Industriezweige.

Schichtarbeit für die Mülltonne

Heute, über 60 Jahre später, ist das aber immer noch so; obwohl wir in einer Zeit der Automation, des Überflusses und der Wegwerfgesellschaft leben.

Funktionierende Geräte mit kleinen Schönheitsfehlern – teilweise neuwertig – werden nicht repariert, sondern verschrottet. Autos werden massenweise auf Halde produziert, obwohl sie keiner bestellt hat. Und was mir am meisten Bauchschmerzen bereitet: Lebensmittel werden täglich tonnenweise weggeworfen, weil das Angebot mal wieder größer war als die Nachfrage. Tiere werden für die Mülltonne getötet. Mal von anderen Berufen wie z.B. in der medizinischen Versorgung abgesehen: Soll man wirklich dafür noch arbeiten?

Das Arbeitsamt wurde zum Zwangsarbeits-Amt

Die Bevölkerungszahl ist auch in den 60 Jahren gestiegen, und meiner Meinung nach kann es gar nicht für alle Arbeit geben. Und daher wurde das Arbeitsamt erfunden, heute neuzeitlich als „Job-Center“ dekoriert. Wer keine Arbeit hat oder haben will, sich aber ein Standard-Leben gönnen möchte – was jedem deutschen Bürger zusteht – wird von diesem Amt gezwungen, sich eine Arbeit zu suchen, damit man ja schön wieder in das 40h-Hamsterrad integriert werden kann. Tut man das nicht, folgen Sanktionen durch Kürzungen des Arbeitslosengeldes. Das Arbeitsamt, welches auf dummdeutsch nun „Job-Center“ heißt und eigentlich passende Arbeit den Menschen vermitteln soll, die mit Freude etwas tun wollen, wurde zum Zwangsarbeits-Amt entwickelt.

„Artikel 4 der Menschenrechtskonvention verbietet – außer Sklaverei und Leibeigenschaft – die staatlich angeordnete oder geduldete Zwangsarbeit sowie eine staatlich angeordnete oder geduldete Arbeitspflicht.“

Dabei gibt es längst Wirtschaftsmodelle, bei denen jeder Bürger sein Bürgergeld erhält – bereits als Säugling. Also ohne arbeiten zu müssen. (z.B. das seit 1997 existierende und funktionierende Goldring-Patent von Günter Koch). Mit diesem Bürgergeld könnte sich jeder eine kleine Wohnung und einen vollen Kühlschrank leisten; ohne arbeiten zu müssen. Und diejenigen, die arbeiten wollen, verdienen sich was zum Bürgergeld dazu und könnten sich damit den einen oder anderen Luxus leisten.
DAS ist für mich zeitgemäß!

Die 40 Stunden-Woche ist ein veraltetes Modell

Angeblich würde mit so einer Änderung alles zusammenbrechen. Dabei könnte man den nötigen Wechsel einfach mit kleinen Schritten vollziehen; z.B. mit einer 35h-Woche als Standard, die einige Zeit später sogar auf 30h oder weniger heruntergeht. So könnte man auch Schichtarbeiten modernisieren, mehr Arbeitsplätze durch den Schichtwechsel schaffen.

Es würden nicht auf einmal alle zu Hause bleiben; wie oben bereits geschrieben: Es gibt genug Menschen, die gern auf Arbeit gehen und die Automatisierung wird dabei helfen. Überproduktion und Wegwerfgesellschaft sollten der Vergangenheit angehören; jeder Mensch hätte mehr Zeit zum Leben und wird auch mehr Zeit haben dies zu schätzen; allein angefangen mehr Zeit für Familie und Natur zu haben.

Beginne, wieder zu leben!

Auch das (endlich) salonfähige Home-Office seit der „Cornona-Pandemie“ damals hat Zukunft: Viele Nutzer arbeiten entspannter und effizienter und fragen sich sowieso, warum sie jeden Tag um 8 extra irgendwohin in ein Büro fahren sollen, wenn man die Arbeit auch vom PC zu Hause aus schafft; vielleicht nebenbei noch die Waschmaschine anstellen kann und private (wichtigere) Dinge erledigen kann. Solange man seine beruflichen Aufgaben erledigt – warum nicht? Home-Office sollte auch – auf Wunsch – für viele Berufszweige Standard werden.

Noch Fragen? 🙂

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